Zusammenarbeit zwischen Christen und Juden - gibt es das überhaupt? Gibt es nach dem Holocaust noch Juden, die mit uns leben wollen - mit uns, nicht nur bei uns? Die etwas mit den Deutschen, den Christen zu tun haben wollen?

Und gibt es Christen, die diese Juden als gleichberechtigte und mündige Partner sehen?

All das schien nach 1945 unmöglich, und das war ein Grund dafür, daß die Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit gegründet wurden, übrigens auf Betreiben der Amerikaner.

In den mehr als 50 Jahren seitdem ist wieder etwas gewachsen, und daran haben auch die Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit ihren Anteil . Ging es zunächst darum, daß Christen etwas über das Judentum lernen, über den Glauben, die Kultur, die Geschichte sowie über die Lebenssituation und die existentiellen Probleme der Juden in der heutigen Welt, so galt es bald auch auf die Juden, die in Deutschland leben, zuzugehen, sie zu gewinnen für Gemeinsames, ihnen zu vermitteln, daß sie willkommen sind, und gemeinsam für eine gemeinsame Zukunft zu arbeiten.